Gegenüber den globalen Megastädten mag die französische Schweiz wie eine «Randregion» der Dichtung erscheinen (Casanova 1999), die immer absolut «provinziell» bleiben wird. Anderswo und anders fragt sich W. H. Auden, ob die Poesie nicht auch die provinziellste aller Künste ist. Seit einigen Jahren arbeitet die Universität Lausanne daran, dieses «Territorium» in einen poetischen Raum als Teil unserer globalisierten Welt zu verwandeln. Mit drei Hauptaktionen (1. Einbezug des transnationalen Kulturerbes; 2. Schaffung eines modernen Netzwerks mit aktiven Mitgliedern; 3. Innovation in der digitalen Forschung) zeigt die Region ihre Strahlkraft und ihr verändertes poetisches Bewusstsein. Anders als die aus dem vorletzten Jahrhundert stammenden Modelle der Buchindustrie, wo sich die Literatur auf die Hauptstädte der Kolonialreiche oder der grossen Nationen konzentrierte, zeigt dieses Projekt die Bedeutung von «Territorien», die von Städten mit Universitäten und grossen Kulturinstitutionen inspiriert werden und sie in ein fest verankertes, innovatives, globales «Netzwerk Poesie» verwandelt.
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https://doi.org/10.58098/lffl/2019/1/654