Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

Archives All Issues since 1992

In the archive you will find all contributions that have appeared on the online platform leseforum.ch since 2010. Also accessible are the annual bulletins that the association Leseforum Schweiz had published in printed form from 1992 to 2006.

Nº. 2011 |3

Promoting literacy in plurilingual schools

Articles from 2022 and earlier years can only be found in German or French.

Sprachliche und literale Fähigkeiten sind wichtige Voraussetzungen für Schul- und Berufserfolg. Es ist vielfach belegt, dass Kinder und Jugendliche mit Migrations-hintergrund in diesen Bereichen leistungsmässig oft hinter ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zurückbleiben. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Mehrsprachigkeit nicht an sich, sondern erst in Verbindung mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Status der Herkunftsfamilie zum Bildungsrisiko wird. Die (Un-)Vertrautheit mit Literalität und – in Abhängigkeit davon – mit der schulischen Bildungssprache dürften dabei eine Schlüsselrolle spielen.

  • Der Zusammenhang von Sprachfähigkeiten und Schulerfolg ist auf der Sekundarstufe verschiedentlich festgestellt worden. Für Schülerinnen und Schüler mit einer anderen Herkunftssprache als Deutsch ist dieser Befund problematisch, ganz besonders im frühen, aber auch im fortgeschrittenen Stadium des Deutscherwerbs. Es besteht eine Diskrepanz zwischen den im Fachunterricht geforderten und den vorhandenen Sprachkompetenzen. Von dieser Diskrepanz sind jedoch nicht nur Lernende mit Deutsch als Zweitsprache betroffen. Zur Minimierung der Diskrepanz scheint bei Schülern und Schülerinnen im fortgeschrittenen Stadium des Deutscherwerbs keine zweitsprachspezifische Förderung angezeigt, sondern eine Förderung von Kompetenzen der konzeptionellen Schriftlichkeit, die alle leseschwachen Schülerinnen und Schüler betreffen sollte, eine Förderung in Deutsch als Bildungssprache sozusagen. Im vorliegenden Beitrag wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren auf die oben beschriebene Diskrepanz wirken und welche Massnahmen zu treffen sind, um die Auswirkungen der Diskrepanz zu minimieren. Am Beispiel exemplarischer Analysen von Lehrmitteltexten wird aufgezeigt, dass die Texte auf Sekundarstufe I zum Teil fachspezifische Merkmale aufweisen. Aus diesem Grund ist eine fachspezifische sprachdidaktisch fundierte Begleitung beim Lesen (und eigentlich auch beim Verfassen) solcher Texte wichtig. Das Ziel, dass Lernende bei der Aneignung von sachfachlichem Wissen nicht am sprachlichen Können scheitern, ist von den Didaktiken der Sachfächer in Zusammenarbeit mit der Sprachdidaktik anzugehen. Read the article in PDF (DE)
    Detail page of the article