Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis

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Nº. 2013 |2

Illiteracy - becoming literate in adult education

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Lese- und Schreibkompetenzen sind nicht nur Prädiktoren für schulischen Erfolg, sondern auch zentrale Voraussetzungen für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Darüber hinaus spielen Lese- und Schreibkompetenzen immer mehr auch im beruflichen Leben eine wichtige Rolle. Gemäss der für die Schweiz einschlägigen Studie «Adult Literacy and Lifeskills Survey (ALL)» können rund 16% der Schweizer Bevölkerung in einfachen, zusammenhängenden Texten lediglich eine Information lokalisieren, die gleichbedeutend oder sogar identisch mit derjenigen in der Frage ist. Die Studie rückte damit der Öffentlichkeit ins Bewusstsein, dass es (auch) in der Schweiz Erwachsene gibt, die nicht über ausreichende Basiskompetenzen im Lesen verfügen, und das, obwohl sie die obligatorische Schulzeit absolviert und häufig sogar eine Ausbildung abgeschlossen haben.

  • Die Expertise von Lehrpersonen ist von zentraler Bedeutung für die Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen und damit einhergehend für die Kompetenzentwicklung und Leistungen der Lernenden. Dies dürfte insbesondere auch für Kursleitende in der Grund- und Nachholbildung gelten, deren Lernende häufig eine durch Schwierigkeiten und Misserfolgserlebnisse geprägte Lernbiografie aufweisen. Bislang liegen allerdings erst wenige Befunde zum Wissen und Können von Kursleitenden in der Grund- und Nachholbildung vor. An dieser Stelle knüpft das Projekt «Literalität in Alltag und Beruf» an, welches neben schriftschwachen Erwachsenen als Kursteilnehmende auch Kursleitende in den Blick nimmt. In diesem Beitrag werden die lese- und schreibbezogenen Wissensbestände und Überzeugungen von Lehrenden in der Grund- und Nachholbildung, welche mithilfe von Vignetten im Rahmen eines teilstrukturierten Interviews erfasst wurden, exemplarisch anhand dreier Kursleiterinnen aufgezeigt. Daran anknüpfend wird die Frage nach der Passung der Wissensbestände in den Domänen Lesen und Schreiben auf Seiten der Kursleitenden sowie der Kursteilnehmenden aufgegriffen und im Hinblick auf mögliche Folgerungen thematisiert.

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